.
Minderheiten

Die JUNGEN GRÜNEN ESSEN wehren sich entschieden gegen die Diskriminierung von Minderheiten. Wir haben kein Verständnis für gewalttätige Ausschreitungen. Wir wollen in einem Land leben, in dem das Wort TOLERANZ groß geschrieben wird.
Wo wir können setzen wir uns für die Wahrung der gleichen Rechte von allen Menschen ein. Wir freuen uns über eine Kampagne wie z.B.Multi ist kulti oder eine Aktion der Bochumer von Visuell Marketing, die das hier abgebildete Motiv erstellt haben.
Kurze Geschichte der Skinheadbewegung
Aktuelle Skinhead-Szene
Die Skinheadbewegung - selbstständiger Teil einer weitreichende Jugendkultur - hat sich vom gesellschaftlichen Konsens abgewandt und eigenständige Standards wie einen spezifische Kleidungsstil, eigene Kommunikationsmittel (Fanzines) und bezeichnende Musikstilmittel entwickelt hat. Die über lange Zeit relativ homogene Szene ist infolge der staatlichen Exekutivmaßnahmen durch innere Zersplitterung gekennzeichnet. Diese Zersplitterung ist von gegenläufigen Tendenzen, Mäßigung einerseits und Verschärfung andererseits, geprägt. So ist eine Entschärfung der Liedtexte hinsichtlich strafbaren Inhalts zu beobachten, der allerdings das Ausweichen des Vertriebs auf den Schwarzmarkt gegenübersteht. Oftmals wird ein Musikstück zweimal produziert, einmal in einer entschärften, legalen Form für den öffentlichen Markt und einmal in der originalen, illegalen Fassung für den Schwarzmarkt oder Untergrund. Als Folge gesellschaftlicher Ächtung und staatlicher Sanktionierung ist auch die Abwanderung zur textlosen und somit unpolitischen Technomusik zu verzeichnen.
Verschiedene Typen von Skinhead
Obwohl die Skinheadszene sich immer mehr von ihren Wurzeln entfernt und von den alten "Regeln? abweicht, lassen sich doch traditionell herausgebildeten Idealtypen charakterisieren. Hierbei lassen sich Skinheads vor allem in die drei Kategorien "rechtsgerichtet bis rechtsextremistisch?, "unpolitisch? und "linksorientiert? einordnen.
rechtsgerichtet bis rechtsextremistisch
?Bonehead?
?Bonehead? ist der Szenebegriff für einen rechtsextremistischen Skin mit Kahlkopf und martialischer Bekleidung (Bomberjacke, hochgekrempelte Jeans, Springerstiefeln). "Boneheads? bilden den harten, militanten Kern der Skinheadszene.
?White-Power-Skin?
?White-Power-Skin? bezeichnet einen fremdenfeindlichen, antisemitischen Skinhead. Die äußere Erscheinung des "White-Power-Skins? ist typisch, üblicherweise trägt er auf der Jacke eine weiße Faust, das Emblem der "White-Power-Bewegung?, die für eine ethnisch reine Rasse der Weißen kämpft.
?Fascho-Skin? (o. "Nazi-Skin?)
?Fascho-Skin?(Szenebegriff) oder "Nazi-Skin? (Begriff aus der linken, antifaschistischen Szene) bezeichnet einen nationalistischen Skin, oftmals mit eintätowierten Kennzeichen seiner "rechten? Gesinnung (Hakenkreuz, Odalrune, Sigrune, Keltenkreuz).
?Hammer-Skin?
Die Bewegung der "Hammer-Skins? wurde Mitte der 80er Jahre in den USA gegründet. Dem nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz zufolge gibt es zur Zeit Kleingruppen der "Hammer-Skins? auch in Deutschland. Die ideologische Grundlage der "Hammer-Skins? sind die sogenannten "14 Worte? von dem US-amerikanischen Rechten David Lane: "We must secure the existence of our people and a future for white children? (Wir müssen die Existenz unseres Volkes sichern und eine Zukunft für unsere weißen Kinder schaffen). Die Zahl 14 wird in diesem Sinne in Skinheadschriften und im Internet als Kürzel verwendet. Das Zeichen der "Hammer-Skins? sind zwei gekreuzte Zimmermannshämmer, die den Kampf der weißen Arbeiterklasse für Volk, Vaterland und Rasse demonstrieren sollen.
?Oi-Skin?
Die englische Übersetzung der nationalsozialistischen Parole "Kraft durch Freude? lautet "strength through joy?. Die Lautschrift der letzten zwei Buchstaben ergeben "oi?, Kampfruf der "Oi-Skins?. Einer anderen Quelle zufolge soll "oi? dem Cokney-Slang entspringen und so viel wie "I?, also "ich? bedeuten und darüber hinaus einfach nur als lautmalerischer Ausruf ohne tieferen Sinn benutzt werden. "oi? steht für Musik und Spaß. Der "Oi-Skin? versteht sich als "just-for-fun? Skin, der Oi-Musik, alkoholische Exzesse und Skinhead-Sein der Freude wegen liebt und als Lebensgefühl empfindet. Allgemein ist der "Oi-Skin? politisch ungebunden, was aber nicht heißt, dass sein Gedankengut frei von den typischen Feindbildern der Skinheads (Ausländer, Behinderte, Obdachlose, Prostituierte und politischen Gegnern) ist.
unpolitisch
?Gabber?
Die Anhänger der "Gabber?-Szene definieren sich in erster Linie über ihren Techno-Musikgeschmack. Ihr äußeres Erscheinungsbild ähnelt dem der Skinheads, nur tragen sie statt Springerstiefeln Turnschuhe (häufig New Balance 576 oder Nike Classics). In der Regel sind die "Gabber? unpolitisch, doch gibt es teilweise Überschneidungen zwischen "Gabbern? und Rechtsextremen.
?SHARP-Skin?
Der "SHARP-Skin? (?Skinheads against racial prejudice) sieht sich selbst als unpolitisch an, geht aber auch mit Gewalt gegen Rechte vor, z.B. um Asylheimbewohner vor Brandanschlägen zu schützen.
linksorientiert
?Red-Skin?
Der "Red-Skin? ist der autonomen linken Szene zuzuordnen. Äußerlich ist der "Red-Skin? an der roten Bomberjacke und an Anti-Nazi-Aufnähern zu erkennen. Die "Red-Skins? sehen sich als militante Arbeiterjugendbewegung an.
Kurze Geschichte der Skinheadbewegung
Die Skinheadbewegung entwickelte sich Mitte der 60er Jahre in den englischen Arbeitervierteln. Die ersten Skinheadgangs entstanden im Londoner East End. Hier drohten die Umschichtungsprozesse innerhalb der englischen Arbeiterschaft und groß angelegte Sanierungsprojekte das Lebensmilieu der Arbeiterschaft zu zerstören. Besonders stark von den Veränderungen ihres Umfeldes betroffen waren sozial benachteiligte Jugendliche: Den Leistungsanforderungen der Schule oftmals nicht gewachsen, erlebten sie, wie sich ihr Wohnumfeld veränderte und die eigenen Eltern vom sozialen Abstieg bedroht waren, während die Nachbarn von nebenan einen gut bezahlten Job hatten.
Die Arbeiterjugend reagierte auf diese Situation, indem sie versuchte, die ihrer Ansicht nach traditionellen und nun bedrohten Werte der Arbeiterklasse (Männlichkeit, Disziplin, Kameradschaft) zu beleben und ihr Umfeld (ihr Revier) massiv gegen Eindringlinge von außen zu schützen. Ihr äußeres Erscheinungsbild passten sie dem eines Arbeiters an. Neben festen Arbeitshosen, oftmals Jeans, die von Hosenträgern, sogenannten "braces?, gehalten wurden, und einfachen Button-Down Hemden gehörten vor allem feste Arbeitsschuhe zum äußeren Erscheinungsbild dieser Jugendlichen.
Die bis heute als wichtigstes Erkennungszeichen geltenden Glatzen haben ihren Ursprung in der Verachtung der Skinheads für die langen Haare der "verweichlichten? Hippie-Subkultur, deren Angehörige zudem meist der bürgerlichen Mittelklasse entstammten. Der Kurzhaarschnitt war daher Ausdruck männlicher Härte und von Zugehörigkeit zur Arbeiterklasse. Skinheads verstanden sich als Gegenpol zur Flower-Power Bewegung, mit deren Weltbild sie sich nicht zufrieden geben wollten. Rassismus war zu dieser Zeit imminent, da die meisten Skins sich eher mit dem schwarzen Fließbandarbeiter solidarisch fühlten als mit dem weißen Bankangestellten. Diese erste Phase der Skinhead ging zu Beginn der 70er Jahre zu Ende.
Mitte der 70er Jahre wurden große Teile der Skinheadbewegung von der rechtsextremistischen National Front und anderen faschistischen Organisationen und Verfassung angeworben. Die Gewaltbereitschaft und Reputation der rechten Parteien, mit denen man nun die Skinheads assoziierte, trug zur Ausgrenzung der Skinheads aus der Gesellschaft bei. Die Skinheads wandten sich nun gegen noch schwächere Gesellschaftsgruppen, z.B. ausländische Mitbürger. Ihr Klassebewusstsein wandelte sich zum Rassebewusstsein.
Gegen das Bild von den "Nazis mit den kurzen Haaren? gingen seit Ende der 80er Jahre viele Skinheads aktiv vor. Skinheads, die ihre Zugehörigkeit zur Skinheadszene nicht über politische Ziele definierten, fanden sich unter Begriffen "Oi-Skins? oder "unpolitische? Skins. In den USA formierten sich die "Skinheads against racial prejudice? (?SHARP?), die sich massiv gegen rassistische
In Westdeutschland tauchten etwa 1977/78 die ersten Skinheads in der Nachbarschaft britischer Kasernen und Radiostationen auf. Zu einer größeren Bewegung entwickelte sich die Skinhead-Szene erst Anfang bis Mitte der 80er Jahre, als die Punkszene abschlaffte. So schlossen sich viele Punks, aber auch Hooligans dieser neuen Jugendkultur an. Sie teilten nicht nur einen ähnlichen Musikgeschmack (die "Böhsen Onkelz? entwickelten sich bald zu einer Kultband der Szene), sondern hatten auch andere Interessen wie Alkohol, Randale und Fußball gemeinsam. Lange Zeit orientierten sich die deutschen Skins an England, dem Mutterland der Skinheadbewegung. Szenebekleidung, die neuesten LPs wurden oftmals direkt von der Insel besorgt. Da auch alles andere, was aus England kam, von den westdeutschen Skins nahezu blind übernommen wurde, hatte auch der Rechtsschwenk der britischen Skins starke Auswirkungen, besonders die "White-Power? Ideologie, auf sie. Bereits ab 1982 stufte das Bundesamt für Verfassungsschutz die Skinheads als rechtsradikale Gruppierung ein. Als im Juli und Dezember 1985 in Hamburg zwei Türken von Skinheads getötet wurden, führte die massiv negative Berichterstattung der Medien zu einer Stigmatisierung der Skinheadszene. Zahlreiche Skinheads der ersten Stunde kehrten nun der Bewegung den Rücken zu. Die entstanden Lücken schlossen andere - bereits rechtsorientierte Jugendliche. Übergriffe auf Ausländer und andere Randgruppen begannen sich zu häufen. Nazi-Skins und Mode-Rechte erlangten allmählich immer mehr Einfluss auf die Skinheadszene.













